Elisabeth

Das Musical Elisabethbasiert auf der wahren Geschichte der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn, kurz Sissi, und wird von ihrem Mörder, dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni, erzählt.

Elisabeth heiratet sehr jung den Kaiser von Österreich und muss sich auf ein nun völlig anderes, stark eingeschränktes Leben als Kaiserin einlassen. Ihr Freiheitsdrang zieht die attraktive Figur des Todes an, der sie immer wieder besucht und umgarnen will.

Sissi muss bis zu ihrem Tod gegen ihre Schwiegermutter kämpfen, die sie für völlig ungeeignet hält und ihrem Sohn, dem Kaiser Franz Joseph, lieber eine passendere Frau zur Seite gestellt hätte. Ihr Mann widersetzt sich auch nicht dem Druck, den seine Mutter auf Sissi ausübt, und steht ihr nicht zur Seite.

Sissi, die völlig alleine immer unglücklicher wird und hin- und hergerissen ist zwischen ihrem Leben als freie Frau mit dem Tod an ihrer Seite und dem Leben mit ihrem geliebten Mann an ihrer Seite als Kaiserin, entscheidet sich schließlich dafür, ihren Mann zu verlassen, und verbringt viele rastlose Jahre. Ihrem Sohn Rudolf tritt sie auch immer abweisender entgegen, was schließlich zu seinem Selbstmord führt.

Am Grab ihres Sohnes treffen sich Sissi und Franz Joseph wieder, sie entscheidet jedoch, dass es keine Chance mehr für sie gibt. Nach dem Tod ihres Sohnes gibt es nichts mehr, was sie am Leben hält, und auch um sie herum versinkt die Welt im Chaos.

Gebrochen und alleine wird sie auf einem Spaziergang in Genf von Luigi Lucheni ermordet.

Doch selbst, als der Tod sie nun endlich in seinen Armen hält, sind die letzten Worte der Kaiserin: „Ich gehör nur mir.“

 

Das wichtigste Lied: Die Emanzipation der jungen Kaiserinwird in den beiden bekanntesten Stücken des Musicals geschildert. In dem ausdrucksstarken Solostück„Ich gehör nur mir“macht sich Elisabeth frei von den kaiserlichen Verpflichtungen und verspricht sich, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und jegliche Fesseln abzustreifen.

„Wenn ich tanzen will“ist ein Duett von Elisabeth mit ihrem Geliebten, dem Tod, dem sich Elisabeth entsagt und von nun an ihren eigenen Weg gehen will. Der Tod verspricht ihr aber, dass sie das Leben bald hassen und sich ihm zuwenden wird.

Wie auch in Wicked lässt sich die weibliche Protagonistin nur von ihren eigenen Werten leiten und befreit sich von den gesellschaftlichen Normvorstellungen.

Weitere Songempfehlungen:

  • „Kein Kommen ohne Gehen“ ist eine zugegeben etwas schnulzige, aber catchy Neuadaption der ersten Begegnung zwischen Sissi und dem Tod
  • „Der Schleier fällt“ ist das letzte Duett von Elisabeth und dem Tod und eine todtraurige Mischung aus Sissis Freude an ihrer so lang ersehnten Freiheit und der Trauer um die junge Kaiserin, die in den Armen des Todes endlich ihr Zuhause findet

 

Elisabeth verdient 4/5 Sternen, weil die zeitlose Tragödie um die Kaiserin Elisabeth in neuen Tönen gefühlvoll und überlegt adaptiert wurde, manche Songs jedoch eher langweilig sind, wenn man kein fanatischer Fan des deutschen Musicals ist.

Der musikalisch beste Handgriff ist aber eindeutig die motivische Arbeit, da in fast jedem Song das Motiv eines anderen Liedes auftaucht und verarbeitet wird, womit das Musical den Charakter eines in sich stimmigen Gesamtsongs hat.

 

20.04.17, Lena Mansfeld

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